
Takedao Abandoned Railway Hike: Wandern auf Gleisen
Nur 30 Minuten von Osaka entfernt liegt eine verlassene Bahnstrecke. Heute verläuft ein Wanderweg auf ihr – ein besonderer Abstecher in die Natur von Osaka aus.
In der am wenigsten besuchten Präfektur Japans wartet eine überraschende Sehenswürdigkeit auf dich: Die Sanddünen von Tottori. Sie sind so weitläufig, dass sie fast wie eine kleine Wüste wirken – und ideal für einen Abstecher zur unbekannten Seite Japans.
Tottori ist eine der 47 Präfekturen Japans – ihre Hauptstadt Tottori trägt den gleichen Namen. Die Präfektur liegt abseits der typischen Touristenrouten Japans und das merkt man, denn Tottori ist in den Rankings regelmäßig die Präfektur mit den wenigsten Besuchern. Das heißt jedoch nicht, dass es in Tottori nichts zu sehen gibt. Ganz im Gegenteil: Dort findest du eine bekannte Attraktion, die es in ganz Japan nur dort zu sehen gibt.
Das touristische Wahrzeichen von Tottori sind seine Sanddünen (japanisch: Tottori Sakyū). Sie sind die größten Sanddünen Japans mit einer Ost-West-Ausdehnung entlang der Küste von etwa 16 Kilometern, einer Nord-Süd-Ausdehnung ins Inland von etwa 2,4 Kilometern und Sandhügel, die bis zu 50 Meter hoch sind! Die meisten Besucher der Präfektur Tottori kommen wegen der Sanddünen, um die es in diesem Artikel geht.
In die Stadt Tottori zu reisen, ist tatsächlich nicht ganz einfach. Zwar ist sie gut ans Eisenbahnnetz angebunden und es gibt zum Beispiel Direktverbindungen von Osaka und Himeji. Doch wenn du dir Tottori auf einer Karte ansiehst, merkst du: Es liegt fernab der typischen Reiserouten an der Nordküste der Chugoku-Region zwischen Osaka und Hiroshima. Obwohl die Chugoku-Region insgesamt betrachtet relativ zentral in Japan liegt, wird vor allem ihre Nordküste selten von Touristen besucht. Auch die am zweitwenigsten besuchte Präfektur Japans, Shimane, liegt dort.
Für dich bedeutet das: Einen Trip nach Tottori kannst du gut als Tagesausflug von Osaka einplanen, wenn dir die Zugfahrt von etwa 2,5 Stunden nichts ausmacht. Wenn du aber noch mehr Attraktionen an Japans zentraler Nordküste besuchen willst, kannst du zum Beispiel auch den Trip Osaka-Tottori-Amanohashidate-Kyoto unternehmen und eine Nacht in Tottori verbringen.
Die Sanddünen von Tottori sind über 100.000 Jahre alt und seit 1955 ein nationales Naturdenkmal Japans. Sie grenzen direkt ans Meer an und erstrecken sich auf einer Fläche von etwa 30 Quadratkilometern – genauso viel wie die Insel Borkum. Wenn du die Sanddünen in Tottori besuchst, wirst du überrascht sein, was diese Zahl bedeutet: Die Dünen sind wirklich weitläufig. Bei einer normalen Geschwindigkeit würdest du etwa 6 Stunden brauchen, um sie einmal von Nord nach Süd und Ost nach West abzulaufen.
Vom Bahnhof Tottori gibt es einen direkte Bus zu den Dünen, der einmal pro Stunde fährt. Steige einfach an der Station Tottori Sakyū aus. Wenn du dort ankommst, kannst du entweder zu Fuß oder mit einem kleinen Sessellift in die Dünen starten. Außerdem gibt es dort das Sand Museum, in dem zahlreiche Sandskulpturen internationaler Künstler ausgestellt sind. Außerdem hast du am Eingang zu den Dünen die Option, ein paar Minuten auf einem Kamel zu reiten.
In den Dünen bist du dann allerdings zu Fuß unterwegs. Je nachdem, wie hoch deine Toleranz für Sand ist, kannst du angenehm zwei Stunden dort verbringen und das einzigartige Setting in dir aufsaugen, bevor du dich wieder auf den Rückweg ins Stadtzentrum von Tottori machst.
Wenn du mit einem JR-Zug nach Tottori fährst und den Japan Rail Pass benutzt, wirst du bei der Ticketkontrolle im Zug um eine Zuzahlung von 2.150 Yen gebeten (Stand 2025). Das liegt daran, dass ein Teil des Schienennetzes nach Tottori einer privaten Bahnlinie gehört. Wenn du jedoch einen regionalen JR Pass hast (z.B. JR West All Area Pass), entfällt diese Gebühr.
„Dort war es, als wäre es eine lebendige Wüste."
– Akira Yoshimura, berühmter japanischer Schriftsteller, über die Dünen von Tottori
Tottori und seine Dünen liegen an der Nordküste der Chugoku-Region, ungefähr auf halber Strecke zwischen Osaka und Hiroshima.
Der schnellste Weg von Osaka oder Himeji nach Tottori heißt Super Hakuto und fährt alle zwei Stunden. Dieser JR-Zug bringt dich ohne Umsteigen direkt in die Stadt der Dünen. Von Osaka dauert die Fahrt etwa 2,5 Stunden, von Himeji sind es nur 90 Minuten. Beide Städte sind also gut als Ausgangspunkte für einen Tagesausflug nach Tottori geeignet – du kannst entspannt am frühen Vormittag in den Zug steigen und bist abends wieder an deinem Ausgangsort. Ich habe beide Versionen kombiniert: Die Nacht vor dem Trip nach Tottori übernachtete ich in Himeji. Nach meinem Tagesausflug nach Tottori fuhr ich direkt nach Osaka weiter, wo ich im Anschluss einige Tage verbrachte.
Wenn du noch mehr Orte an der Nordküste zwischen Osaka und Hiroshima sehen willst, kannst du Tottori natürlich auch so in deine Japanreise einbauen. Eine Möglichkeit wäre, von Osaka aus nach Tottori zu starten, nach deinem Besuch der Dünen dort zu übernachten und am nächsten Tag mit dem Zug in Richtung Osten weiter nach Amanohashidate zu fahren. Die Fahrt zwischen Tottori und Amanohashidate dauert 3,5 Stunden und führt zu großen Stücken direkt an der Küste entlang. Nach dem du Amanohashidate – seit 400 Jahren als eine der drei schönsten Landschaften Japans verehrt – besucht hast, kannst du am selben Tag mit dem Zug weiter nach Kyoto fahren, was nochmal etwa 2,5 Stunden dauert. Die Direktverbindung mit dem Zug zwischen Osaka und Kyoto dauert übrigens 30 Minuten. Die hier beschriebene Nordküstenschleife stellt also einen gewissen Umweg zwischen beiden Städten dar.
Wenn du noch mehr Abenteuer suchst, kannst du natürlich auch von Tottori aus nach Westen in die ebenso selten besuchte Präfektur Shimane aufbrechen und dich westlich weiter die Küste herunterarbeiten. Dort war ich allerdings auch noch nicht, weshalb ich leider keine Tipps für die Präfekturen Shimane und Yamaguchi für dich habe.

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Hi, ich bin Fabian und ich reise gerne. WOW! Überraschend, oder? Außerdem bin ich der Mann hinter Nihonestly, selbstständiger Marketingberater, Teilzeit-DJ und fotografiere gerne, aber nicht immer gut. Japan war für mich Liebe auf den zweiten Blick, dafür dann aber richtig. Auf Nihonestly teile ich persönliche Erfahrungen und Tipps aus meinen Japanreisen. Der Fokus meines Blogs liegt auf den weniger bereisten Gegenden Japans. Für diese weniger bekannten Seiten und Geheimtipps Japans will ich dich begeistern, damit du sie bei deiner nächsten Japanreise vielleicht auch besuchst!
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