Der Krater von Mount Aso

Blick auf den Krater von Mount Aso von Mount Nakadake aus

Über das Foto

Das Foto entstand an einem klaren Tag Mitte Oktober 2023 auf Mount Aso, einem aktiven Vulkan im Herzen von Kyushu. Ich machte es von Nakadake aus, einem etwas höher gelegenen benachbarten Gipfel.

Mount Aso – und die gleichnamige Kleinstadt zu dessen Fuße – gehören zu meinen absoluten Lieblingsorten in Japan, dank ihrer einmaligen Landschaft. Du musst dir Mount Aso so vorstellen: Ein riesiger Berg mit mehreren Gipfeln, in dessen Zentrum ein aktiver Vulkan liegt. Dieser Vulkan speit fast täglich Rauch. Wenn zu viel Rauch aus dem Krater strömt, ist es Touristen verboten, sich in dessen Nähe zu begeben.

Die letzte stärkere Eruption von Mount Aso ereignete sich 2021, doch der größte Ausbruch in der jüngeren Vergangenheit war 2016, einige Monate nach dem Kumamoto-Erdbeben, das weite Teile der Präfektur Kumamoto verwüstete. Das Erdbeben hatte neue geologische Bruchlinien um Mount Aso erzeugt, welche dessen vulkanische Aktivität verstärkten.

Der Ausbruch von 2016 führte zu Stromausfällen in zehntausenden Haushalten, Einschränkungen im Zug- und Flugverkehr und einer Rauchwolke, die noch in 11 Kilometern Höhe sichtbar war. Danach war es einige Zeit nicht möglich, den Gipfel von Mount Aso zu besuchen.

Ich war im September 2017 das erste Mal in Aso. Man konnte zu diesem Zeitpunkt wieder auf dem Berg wandern, doch der Gipfel war während meines Besuchs tabu. Auch 2019 musste ich auf einen Gipfelbesuch aufgrund der starken Vulkangase verzichten. Doch die Enttäuschung hielt sich beide Male in Grenzen, denn auch unterhalb des Gipfels ist Mount Aso ein wahres Kunstwerk der Natur, mit seinem hügeligen Grasland, das sich kilometerweit erstreckt.

Generell halte ich die Region um Aso für eine einmalige Naturschönheit, die es in Japan – und vielleicht auf der ganzen Welt – so kein zweites Mal gibt. Denn historisch betrachtet ist der aktuelle Mount Aso nur ein kleiner Abklatsch des Vulkans, der vor hunderttausenden Jahren dort zu finden war.

Die ganze Region Aso liegt nämlich im etwa 120 km² großen Krater eines ehemaligen Vulkans. Das ist eine Fläche größer als München. Dieser Riesenvulkan brach im Zeitraum zwischen 270.000 und 90.000 Jahren vor unserer heutigen Zeit insgesamt vier Mal in kolossalen Eruptionen aus.

Diese Ausbrüche sorgten dafür, dass der heutige Krater entstand – da die Magmavorkommen im Zentrum des Ex-Mount Aso durch die Gegend geschleudert werden, sackte der Boden in dessen Zentrum ab und schuf den heutigen Aso-Krater (Caldera). Mit der Zeit entstand in diesem Caldera dann der vergleichsweise niedliche, aber zweifelsohne majestätische Mount Aso, den wir heute kennen.

Die geologische Vorgeschichte der Aso-Region hat eine einmalige Konstellation erschaffen, die du heute bewundern kannst: Die 120 km² große Aso-Region ist ringsherum von den Resten des ehemaligen Riesenvulkans umgeben, die in viele hundert Meter Höhe aufragen. Das erkennst du gut, wenn du auf dem Gipfel von Mount Aso oder an einem Aussichtspunkt entlang des äußeren Berg-Rings stehst.

Die fruchtbare vulkanische Erde hat dafür gesorgt, dass die Böden im Aso Caldera sehr ergiebig sind. Auch heute wird in der Region noch viel Landwirtschaft betrieben: Es wird Reis angepflanzt und im endlosen, saftigen Grasland, das sich über Mount Aso und den Berg-Ring um die Caldera erstreckt, werden Kühe gezüchtet, deren Milch über die Grenzen der Präfektur hinaus als besonders hochwertig bekannt ist.

Ich hoffe, ich konnte dich für einen Besuch von Aso begeistern – die Region hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Seit meinem ersten Besuch 2017 kehrte ich weitere vier Male dorthin zurück und hatte 2023 das Glück, zum ersten Mal auf den Gipfel von Mount Aso steigen zu können. Von einem der umliegenden Berggipfel, Nakadake, entstand dieses Foto.

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Nihonestly: Über den Blog und den Autor

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Hi, ich bin Fabian und ich reise gerne. WOW! Überraschend, oder? Außerdem bin ich der Mann hinter Nihonestly, selbstständiger Marketingberater, Teilzeit-DJ und fotografiere gerne, aber nicht immer gut. Japan war für mich Liebe auf den zweiten Blick, dafür dann aber richtig. Auf Nihonestly teile ich persönliche Erfahrungen und Tipps aus meinen Japanreisen. Der Fokus meines Blogs liegt auf den weniger bereisten Gegenden Japans. Für diese weniger bekannten Seiten und Geheimtipps Japans will ich dich begeistern, damit du sie bei deiner nächsten Japanreise vielleicht auch besuchst! 

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  2. Viele Geheimtipps: Sicher wirst du eines Tages auf Nihonestly auch Kyoto-Reisetipps oder Osaka-Geheimtipps finden. Aber der Schwerpunkt liegt immer auf den Orten Japans, die von westlichen Touristen seltener bereist werden. Ein aktiver Vulkan im Herzen einer uralten Graslandschaft, die mit jeder Jahreszeit seine Farbe wechselt. Einer der heiligsten buddhistischen Orte Japans, dessen Name übersetzt „Berg der Furcht“ bedeutet. Eine Kleinstadt in Nordjapan, die mit einer weltberühmten Kunstausstellung erfolgreich gegen Landflucht und Perspektivlosigkeit kontert. Wenn dich solche Orte begeistern und du sie selbst besuchen willst, bist du hier GENAU richtig! 
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